WALA Pflanzenarchiv
Rose

Wissenswertes

Das Wort Rose stammt vermutlich vom indogermanischen vrod oder vrad ab, dessen Bedeutung im Sanskrit als vrad = zart erhalten ist. Wie sehr die Rose schon immer die Menschheit begleitet hat, spricht aus der Tatsache, dass sie in allen Sprachen dieser Welt vorkommt, nur in der Sprache der Eskimos fehlt sie. Schon sehr früh wurde sie zum Symbol für Liebe, Schönheit, Anmut und in Griechenland auch für heitere Lebensfreude. Dieses wundersame, in sich ruhende Wesen schien so unirdisch, dass sie in vielen Kulturen als Geschenk der Götter galt, in manchen gar als Blüte göttlichen Blutes, vor allem von Göttern der Liebe und Fruchtbarkeit. Der abgefallene Engel Luzifer hingegen soll sich die Kletterrose erschaffen haben, um auf dornigem Weg bequem wieder in den Himmel steigen zu können.
Unzählige weitere Geschichten ließen sich über die Rose erzählen: von Kleopatra, die das Segel ihres Schiffes mit Rosenwasser getränkt haben soll, den Römern, die, wie sonst niemand vor oder nach ihnen, die Rose in den Mittelpunkt ihres alltäglichen Lebens stellten: Kränze frischer Rosen, die man als normalen Schmuck um den Hals trug, Rosarien sowie über und über mit Rosen geschmückte Feste waren Ausdruck einer beinahe dekadent zu nennenden Hinwendung zur Rose.

Doch die Rose war nicht nur Symbol von Liebe und Erotik. Sub rosa dictum: Das unter der Rose Gesagte war stehendes Wort der Geheimbünde wie Rosenkreuzer und Freimaurer, die sich die weiße Rose zu ihrem Symbol erkoren und sie als Stuckrose über dem Tisch hängen hatten. Unter der Rose Gesprochenes galt als absolut vertraulich. Und die Alchimisten sahen in der Rose die Blume der Weisheit und das Bild des klaren Geistes.

Romanische und gotische Baumeister und Steinmetze entdeckten die Rose für ihre Bauwerke: Ihre Geometrie fand sich in Fenstern, steinerne Rosen krönten die Kirchtürme als Zeichen dafür, dass sich das menschliche Leben erst im Jenseits wirklich entfaltet.

Die Rose als Zeichen der Muttergöttin und von Jesus findet sich wieder bei Maria, die so oft als Maria mit dem Kinde im Rosenhag dargestellt wurde. Auch die ersten Rosenkränze sollen tatsächlich aus Rosen gefertigt gewesen sein.

Ihr Hochzeit als Heilpflanze erlebte die Apotheker-Rose (Rosa gallica) im 13. Jahrhundert in Provins unweit von Paris, wohin sie aus Damaskus gelangte. Fast 600 Jahre lang war Provins das Zentrum der Apotheker-Rosen-Kultur, sodass die Hauptstraße des Ortes im 16. Jahrhundert eine große Ansammlung von Drogerien und Apotheken war. In die ganze Welt wurden von dort Arzneimittel aus Rosen verschickt.

Kindern wurden übrigens früher Rosengallen unter das Kopfkissen gelegt, damit sie besser schliefen. Daher werden sie auch Schlafäpfel genannt.