Neem

Synonyme:  Indischer Flieder, Margosa, Niem, Paradiesbaum, Paternosterbaum, Zedrachbaum.
Wissenschaftlicher Name: Azadirachta indica
Familie: Meliaceae (Mahagoni-Gewächse)



Heimat

Südlicher Himalaja, Indien, Birma, Afrika, Amerika.



Inhaltsstoffe

Verwendet werden hauptsächlich Samen und Blätter, die sich in ihren Inhaltsstoffen unterscheiden:
Samen: Azadirachtin, Limonoide, Terpenoide, Bitterstoffe
Blätter: Limonoide, Terpenoide.



Beschreibung

Der anspruchslose, schnellwüchsige Neem-Baum gedeiht in tropisch heißem Klima. Unter der hellgrauen Borke des bis zu 12 m hoch werdenden Baums verbirgt sich rötliches Holz. Bis zu 50 cm lang werden die eschenähnlichen Blätter, die ein lockeres und ausladendes Laub bilden. Rotviolette Blütenrispen, die von Februar bis April den Baum zieren, verströmen einen fliederähnlichen Duft. Aus ihnen entwickeln sich kirschgroße, goldgelbe Steinfrüchte mit holzigem, mehrkantigen Kernen.



Verwendung

Wahre Wunder spricht man dem Neem-Baum zu, der bald alle Geißeln der Menschheit heilen können soll. Was er tatsächlich bewirkt, gilt es noch zu untersuchen. Heute schon bewiesen sind auf jeden Fall die vielfältigen mikroziden, entzündungshemmenden und immunstärkenden Eigenschaften. So wirken Neemblätterextrakte nachweislich gegen 14 Pilzarten (u.a. Candida), eine Vielzahl von Bakterien (z.B. das Wundbrand-Bakterium Staphylococcus aureus und der Typhus-Erreger Salmonella typhosa) sowie vorbeugend gegen virale Infektionen. Hier wurde eine Wirkung bei Pocken, Windpocken, Hepatitis B und Herpes nachgewiesen. Alle Pflanzenteile des Neem-Baumes finden in der Ayurvedischen Medizin Anwendung, wo der Baum wegen seiner kühlenden, formenden und trocknenden Eigenschaften geschätzt wird.

Die Neem-Blätter werden vielfach zur täglichen Pflege von Haut, Haaren, Nägeln, Zahnfleisch und Zähnen verwendet. Auch therapeutisch finden Auszüge der Neem-Blätter wegen ihrer milden antiseptischen und stärkenden Wirkung einen breiten Anwendungsbereich: bei Schwächezuständen und überstarkem Nerven-Sinnes-Prozess wie Haarausfall, Schuppen, Kopfläusen, Nagelmykosen, chronischen Parodontopathien und Ekzemen, als auch bei übersteigerten Stoffwechselprozessen wie unreiner Haut, Akne, Nagelbettentzündungen und schlecht heilenden Wunden. Aus den Samen wird als umweltschonendes Pflanzenschutzmittel der Inhaltsstoff Azadirachtin gewonnen, der als Fraßhemmer und Insektizid eingesetzt wird.



Wissenswertes

Zu der Familie der Meliaceen gehören tropische Baumarten wie Mahagoni.

Nach der indischen Vorstellung lebt im Neem-Baum eine der ältesten Gottheiten Indiens: die Göttin Sîtalâ, die in der Mythologie als Heilerin der Pockenkranken auftritt. Der Baum wurde deshalb neben Tempel und zum Schutz vor Krankheiten vor die Wohnhäuser gepflanzt. Seine Zweige finden Verwendung bei Neujahrsriten und Frühjahrskuren, bei Geburten werden Hütten und Wohnstätten mit ihnen geschmückt, um göttlicher Hilfe teilhaftig zu werden. Um die gestörte Sîtalâ zu besänftigen, wenn man sich an ihrem Wohnsitz bedient, werden Opfergaben vor den Baum gelegt, bevor Zweige abgebrochen werden.

Heute wird der schattenspendende Neem-Baum noch immer gern an Alleen und Felder gepflanzt, da er die Luft erfrischt und Insekten fernhält. Wegen seiner vielseitigen Wirkungen wird Neem in Indien auch "Die Dorfapotheke" genannt. Sogenannte "Zahnfegen" dienen dort wie Zahnbürsten zur täglichen Pflege: Junge Zweige werden solange gekaut, bis sie pinselartig ausgefranst sind und anschließend als Zahnbürste verwendet. In den letzten Jahren stand der Neem-Baum auf andere Weise im Blick des öffentlichen Interesses: 1995 hatte die amerikanische Agrofirma W.R.Grace, Entwickler eines Insektizids auf der Grundlage von Neem, ein Patent auf den Neem-Baum erwirkt, das ihr am 10. Mai 2000 vom Europäischen Patentamt wieder entzogen wurde. Mehr als eine halbe Millionen Inder waren zuvor in Bangalore Sturm gegen das Patent gelaufen, wollte man ihnen doch ihren heiligen Neem-Baum streitig machen.



Die Pflanze anders betrachtet

Der Neem-Baum geht mit den Elementen Wärme, Luft, Wasser und Erde sehr ausgeglichen um. Keines scheint einen dominierenden Ausdruck zu erhalten. Dadurch harmonisiert Neem als Heilpflanze allgemein den Organismus und reguliert sowohl einseitig verstärkte Nerven- wie auch Stoffwechselprozesse an der Haut und den mit ihr zusammenhängenden Organen.



Die Pflanze in unseren Produkten

Neemblätter werden bei der WALA verwendet, seit Elisabeth Sigmund, die Begründerin der Dr.Hauschka Kosmetik, diesen heilkräftigen Baum von ihrer indischen Studienreise mitbrachte.

Auszüge der Blätter finden sich in Dr.Hauschka Augenbalsam, Liquid Eyeliner, Gesichtsöl, Neem Haarölkur, Neem Haartonikum, Neem Nagelöl, Defining Mascara, Volume Mascara, Brow & Lash Gel und Rosen Deomilch sowie in Dr.Hauschka Med Forte Zahncreme Minze. In der Haarpflege werden Neemblätter wegen ihrer festigenden Wirkung auf den Haarboden geschätzt.